Stressige Situationen bewältigen: das 10-für-10-Prinzip
Stressige Situationen im Team entstehen, wenn die To-do-Liste überquillt und unklar ist, wie alle Aufgaben zu bewältigen sind. Abhilfe bietet ein Framework aus der Notfallmedizin: Rettungssanitäter nutzen es, um in ihren Einsätzen klar zu priorisieren.
Das 10-für-10-Prinzip stammt aus dem Team- bzw. Crew-Ressource-Management nach Rall und Gaba. Es schafft in unübersichtlichen Lagen einen strukturierten Rahmen und einen klaren Ablauf, unterstützt die Priorisierung und hilft, die Kontrolle zu behalten.
Das Prinzip im Detail
Geraten Notfallsanitäter in eine stressige, unübersichtliche Situation, unterbrechen sie bewusst für zehn Sekunden. In dieser Zeit atmen und denken sie. Sie klären: Welche Aufgaben folgen als Nächstes? Wer ist anwesend? Welche Fakten und Strategien gibt es? Was übernehme ich selbst, was lässt sich delegieren? Welche Fragen sind noch offen?
Nach dieser kurzen Pause legen sie fest, was in den nächsten zehn Minuten am wichtigsten ist – und handeln dann zielgerichtet für genau diese Zeitspanne, bevor sie erneut innehalten.
Klare Gedanken unter Druck
Diese kurze Unterbrechung ist entscheidend für klare Entscheidungen. Der bewusst enge, kurze Zeithorizont reduziert Komplexität. Für noch angespanntere Lagen kennt das Militär die Drei-Minuten-Regel, um schnell und wirksam zu entscheiden.
Die zentrale Erkenntnis: Wenn Stress aufkommt, nicht den ganzen Tag durchplanen, sondern kurzfristig denken und Unwichtiges ausblenden. Unterbrechungen und Planänderungen sind unvermeidlich – das Prinzip macht sie beherrschbar.
Wenn Sie Abläufe so gestalten möchten, dass Ihre Teams auch unter Druck handlungsfähig bleiben, sprechen Sie mit uns.


